Rezension zu Erin Hunters „Seekers – Die Suche beginnt“

Grunddaten:

Autor: Erin Hunter

Titel: Seekers – Die Suche beginnt (Bd. 1)

Hardcover: 352 Seiten

ISBN: 978-3-407-81104-2

Verlag: Beltz & Gelberg

Klappentext:

»Ich werde tun, was du gesagt hast, und zu dem Ort des endlosen Eises gehen. Und vielleicht, wenn das wirklich der Ort ist, an dem die Seelen tanzen, werde ich auch dich dort finden.«

Hoch im Norden Amerikas machen sich drei junge Bären, jeder auf sich gestellt, auf eine außergewöhnliche Reise. Lusa, die kleine Schwarzbärin aus dem Zoo, kann dem Ruf der Wildnis nicht länger widerstehen. Doch so hart hat sie sich das Leben draußen nicht vorgestellt. Kallik, die junge Eisbärin, die unter dramatischen Umständen ihre Mutter verloren hat, sucht verzweifelt ihren Bruder. Nur Toklo, der Braunbär, ist stark und unabhängig. Warum lässt er sich ausgerechnet auf die Freundschaft mit Ujurak ein? Dieser Vielgestaltige, der mehr ist als nur ein Bär, gibt ihm immer neue Rätsel auf …

Meine Meinung:

Welch wundervolles Buch! Nachdem ich von der „Warrior Cats“-Reihe der Autrinnen schon total begeistert war, knüpfen sie hier an ihren Erfolg an.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und das Buch lässt sich flüssig lesen. Das Besondere: Die Autorinnen schaffen es jedes Mal wieder zwar die Landschaften und Umgebungen detailliert zu beschreiben aber doch noch genug Raum zum Fantasieren zu lassen. So habe ich mit Kallik auf der Eisscholle gefroren, das Gehege von Lusa im Zoo erforscht oder den Wald rund um Toklo gerochen.

Die Geschichte ist aus den Perspektiven der drei Bären erzählt. Die Handlungsstränge wechseln sich ab, sodass keine Langeweile aufkommt. Die Spannung ist von Anfang an vorhanden und flacht auch bis zum Ende nicht ab. Im Gegenteil, der erste Band ist wie eine Einleitung in die Geschichte zu betrachten, denn auf der letzten Seite beginnt das Abenteuer erst richtig.

Die drei Bären könnten unterschiedlicher nicht sein: Kallik unterschätzt ihre Fähigkeiten und ist eher ängstlich, während Toklo ein starker Bär sein möchte und keiner Gefahr aus dem Weg geht. Die kleine Lusa ist ein bisschen von beidem und geht trotzdem eigentwillig ihren Weg.

Doch eins haben alle drei gemein: Sie sind jung und müssen dennoch alleine zurecht kommen, denn die zentralen Themen des Buches sind das Großwerden und der Tod. Der Leser muss hier eine Menge trauriger Abschiede hinnehmen und lernt durch die Bären damit umzugehen, schließlich ist es der Lauf des Lebens. Generell würde ich die drei als sehr stark und mutig bezeichnen.

Ebenso faszinierend finde ich die Recherchearbeit, die hinter diesem Roman stecken muss. Man taucht vollkommen in die Welt der Bären ab und erlebt diese hautnah. Manchmal kann man durchaus vergessen, dass man selber ein Mensch ist 😉
Das Buch wird als Jugendbuch bezeichnet, dennoch würde ich es erst ab einem gewissen Alter empfehlen, denn wie es in der Natur von Bären liegt, wird hier an manchen Stellen auch die blutige Jadt nach Beutetieren beschrieben.

Wer nach Schmusebären sucht, ist hier an der falschen Adresse. Was hier beschrieben wird ist die harte und nackte Realität. Dieses wundervolle Buch kann ich nicht nur allen Bärenliebhabern empfehlen, sondern auch allen, die mutige Bären auf ihrem (teilweise traurigen) Weg zum Erwachsensein begleiten möchten.

Bewertung: 5/5 Sterne

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Rezension zu Jon Skovrons „Misfit – Jael und das Amulett der Dämonen“

Grunddaten:

Autor: Jon Skovron

Titel: Misfit – Jael und das Amulett der Dämonen

Taschenbuch: 384 Seiten

ISBN: 978-3-86873-441-6

Verlag: Knesebeck

 

Klappentext:

Jael fühlt sich einsam und als Außenseiterin. Ohne Mutter aufgewachsen, musste sie ständig mit ihrem Vater, einem strengen und wortkargen Ex-Priester, umziehen. An ihrem 16. Geburtstag erhält sie von ihm ein altes Schmuckstück. Dieses Amulett enthüllt ihr die unfassbare Familiengeschichte – denn Jael ist die Tochter einer Dämonin – und verleiht ihr dämonische Kräfte.

Wird sie lernen, diese zu beherrschen, um es mit den furchtbaren Kräften der Hölle aufnehmen zu können? Wem kann sie sich anvertrauen und wer kann ihr bei ihrem Kampf helfen? Und als wäre das nicht schon genug, ist da auch noch ihr Mitschüler Rob, der für alles eine scheinbar natürliche Erklärung hat … Die fantastische Geschichte einer ungewöhnlichen Heldin, die zwischen Wissenschaft und Magie, den dunklen Mächten der Unterwelt und dem Erwachsenwerden eines Teenagers steht.

Meine Meinung:

Zunächst möchte ich auf die Gestaltung des Buches eingehen, da diese wirklich sehr gelungen ist 🙂 Das Cover regt zum Nachdenken an und spiegelt alle wichtigen Elemente des Inhalts wieder. Die Seiten am Rand grau gestaltet und wirken so wie aus einer vergangenen Epoche.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig und locker. Das Buch lässt sich zügig lesen und ist genau die richtige Lektüre für zwischendurch.

Leider konnte mich die Geschichte von Jael nicht richtig überzeugen. Am Anfang braucht die Story einige Zeit bis sie in Fahrt kommt und dann passieren die Dinge Schlag auf Schlag. Die letzten 100 Seiten waren dann richitg spannend, aber für ein gutes Buch einfach zu spät.

In Jael und ihren Vater konnte man sich als Leser zwar hinein versetzen, aber die Nebencharaktere waren mir zu blass gestaltet. Über die beste Freundin von Jael hat man fast nichts erfahren. Ihre Vergangenheit ein großes, schwarzes Loch und ihre sonstigen Interessen konzentrieren sich ledlich auf das männliche Geschlecht.

Vom Thema her konnte mich die Geschichte allerdings überzeugen. Die Welt der Dämonen ist genau beschrieben und auch die Dämonen selbst kann man sich bildlich vorstellen.
Wo Dämonen sind, da ist auch die Religion, die sie bekämpfen will. Das Religions-Thema war mir persönlich viel zu dominant. Priester hier, Gebete da. Teilweise seitenlang.

Auch wenn sich meine Kritik nun eher negativ anhört, ist das Buch aber doch im guten Durchschnitt anzusiedeln. Eine leichte Lektüre für alle Leser, die eine starke Protagonistin erleben möchten und darüber hinaus auch in die Welt der Dämonen eintauchen wollen.

Bewertung: 3/5

 

 

Buchempfehlung „Zirkel“ von Sara Elfgren & Mats Strandberg

Grunddaten:

Autor: Elfgren / Strandberg

Titel: Zirkel Band 1

Taschenbuch: 608 Seiten

ISBN: 3791528548

Verlag: Dressler

 

Zur Inhaltsangabe und Rezension geht es hier lang 😉

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Rezension zu Antje Babendererdes „Julischatten“

Grunddaten:

Autor: Antje Babendererde

Titel: Julischatten

Laufzeit: 294 Minuten (4 CD´s)

ISBN: 978-3-8337-2930-0

Verlag: Jumbo

 

Inhalt:

Sim heißt eigentlich Simona und will um jeden Preis auffallen. Und das tut sie wie ein bunter Hund im Reservat Pine Ridge im Nordwesten der USA, mit ihren merkwürdigen kurzen Haaren, ihren verrückten Klamotten und dem schiefen Lächeln. Doch als sie die unzertrennlichen Freunde Jimi und Lukas kennenlernt, ändert sich etwas für sie. Denn der blinde Lukas zeigt ihr eine ganz neue Sicht auf die Welt und auf sich selbst, und in den attraktiven Jimi verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch die Dinge in Pine Ridge sind nicht so, wie sie scheinen. Während die Ereignisse sich überschlagen, muss Sim erkennen, dass sie sich für einen der beiden Jungen entscheiden muss.

Meine Meinung:

Thema: Die zentralen Themen des Hörbuchs sind Drogen, Alkohol, Sex und Liebe. Ebenso dreht sich alles um das Indianerreservat in dem Sim ihre Sommerferien verbringen soll. Meiner Meinung nach kann man eine ganze Menge über die Kultur der ehemaligen IndianeUreinwohner lernen. Die Autorin scheint eine Menge Recherchearbeit betrieben zu haben und das muss hier mal durch eine positive Erwähnung belohnt werden.
Generell kann man sagen, dass sich die Protagonistin mit den üblichen Problemen eines Jugendlichen herum schlagen muss.

Charaktere: Simona aka Sim ist eine wirklich schillernde und doch emotionale Persönlichkeit. Sie wird von ihren Eltern nach einer Alkoholvergiftung zu ihrer Tante ins Reservat nach Amerika geschickt um von Alkohol und den falschen Freunden weg zu kommen. Sie gibt sich zunächst hart und distanziert, doch mit der Zeit lernt man sie und ihre Probleme näher kennen und kann ihre Handlungen nachvollziehen.

Auch die beiden männlichen Protagonisten sind sehr gelungen. Ihren Konflikt mit Sim und auch den Konflikt untereinander kann man absolut nachvollziehen. So unterschiedlich sie auch sind, verbindet sie doch ihre Bruderliebe miteinander. Mein Lieblingscharakter war Lukas, weil er durch seine Blindheit eine andere Sicht der Dinge hatte. Er war mir von Anfang an sympathisch, während ich mit Sim so meine Probleme hatte.

Stimme: Die Stimme war leider nur ok. Nichts besonderes und die männlichen Charaktere sind für mich nicht richtig deutlich geworden. Vielleicht hätte man ja einfach noch zwei männliche Sprecher einsetzen können? Hier muss ich leider Abzüge in meiner Bewertung machen.

Gefühl: Das Feeling der Geschichte ist absolut gelungen. Durch die Umgebungsbeschreibungen der Autorin habe ich mich teilweise wirklich auf einer Ranch mitten in der Prärie befunden und konnte sogar die Hitze spüren. Die Atmosphäre war also sehr authentisch dargestellt.

Auch an Emotionen hat es während der Geschichte nicht gemangelt. Was die Charaktere gespührt haben, hat auch der Hörer wahrgenommen und genau so muss es doch schließlich sein, oder?

Alles in Allem ein gutes Hörbuch für alle Fans von Pferden, Indianern, Amerika und für all jene, die sich (noch mal) mit den Problemen von Teenagern auseinander setzen möchten. Bildgewaltige Beschreibungen und sympathische Charaktere runden das Geschichte ab.

Bewertung: 4/5 Sterne

Rezension zu Frank M. Reifenbergs „Unsichtbare Blicke“

Grunddaten:

Autor: Frank M. Reifenberg

Titel: Unsichtbare Blicke

Taschenbuch: 400 Seiten

ISBN:978-3-499-21617-6

Verlag: Rowohlt

 

Klappentext:

«Du bist ein Schwein», flüsterte ich. «Kannst du mich auch hören?» «Nein», antwortete er. Dann begann er, sich zu entschuldigen, es schönzureden; dass er auf mich aufgepasst hätte, nicht mehr, nur aufgepasst. Ich starrte auf den Bildschirm, in die winzige Kamera. Sollte er so viele Bilder von mir machen, wie er wollte. Sollte er die Tränen sehen. Und die Wut. Und die Verachtung. «Wer bist du?», schrie ich. Immer wieder. Wer bist du. Wer. Wer. Wer. Bist. Du.

Meine Meinung:

Zunächst möchte ich auf das Cover des Buches eingehen. Meine Entscheidung für das Buch ist nämlich genau deswegen positiv ausgefallen. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, hat das Cover meine Fantasie angeregt. Es wirkt bedrohlich und es fallen einem spontan sicher mehrere Assoziationen dazu ein.

Die Grundidee des Buches (jemand hackt sich über deine Webcam ein und beobachtet dich) hat mir sehr gut gefallen und und wurde vom Autor auf eine sehr reale Art und Weise umgesetzt.

Die Geschichte ist sowohl in der Ich- als auch in der Er-Perspekt geschrieben und wechselt so zwischen den verschiedenen Handlungssträngen hin und her. Die Ich-Perspektive wird von der Protagonistin Josie übernommen. So kann sich der Leser sofort in ihre Situation hinein versetzen und spührt die Bedrohung hautnah.

Der Anfang war für mich zunächst etwas verwirrend, da mit jedem Kapitel zwischen den Perspektiven gewechselt wird und es dann auch noch teilweise Rückblenden gibt um die Hintergründe der Geschichte nachvollziehen zu können. Das Ende ist dann aber in sich stimmig und rund.

Insgesamt war das Buch aber durchgängig dynamisch und spannend. Einen kleinen Abzug gibt es, weil bei mir persönlich der Wind etwas aus den Segeln genommen wird, wenn ab einem bestimmten Punkt klar ist, bei wem es sich um den Täter handelt.

Wer einen durchgängig spannenden Thriller mit einem Geheimnis aus der Vergangenheit lesen möchte und darüber hinaus vom Autor auf eine ausgeklügelte  Katz-und-Maus-Jagd geschickt werden will, ist hier genau richtig. Auch für Jugendliche ist der Roman durchaus lesenswert, da die Protagonistin 17 Jahre alt ist und man sich so in ihre Probleme bestens hinein versetzen kann.

Bewertung: 4,5 / 5 Sterne

 

Rezension zu Kami Garcias und Magaret Stohls „Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“

Grunddaten:

Autor: Garcia / Stohl

Titel: Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe

Taschenbuch: 544 Seiten

ISBN:978-3-570-13828-1

Verlag: cbj

 

Klappentext:

Schon bevor Ethan sie zum ersten Mal gesehen hat, hat sie ihn in seinen Träumen verfolgt: Lena, die Neue an Ethans Schule. Lena, das Mädchen mit dem schwarzen Haar und den grünen Augen. Lena, die in Ravenwood wohnt, der verrufenen alten Plantage, von der sich alle in Gatlin fernhalten – alle außer Ethan. Lena, in die Ethan sich unsterblich verliebt. Doch Lena umgibt ein Fluch, den sie mit aller Kraft geheim zu halten versucht: Sie ist eine Caster, sie entstammt einer Familie von Hexen, und an ihrem sechzehnten Geburtstag soll sie berufen werden. Dann wird sich entscheiden, ob Lena eine helle oder eine dunkle Hexe wird …

Ethan aber weiß: Auch ihm bleibt keine Wahl – ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er bei ihr bleiben können, gleich, welcher Seite sie künftig angehört?

Meine Meinung:

„Sixteen Moons“ ist der spannende Auftakt zu einer neuen Jugendbuch-Reihe rund um die Themen Magie und Liebe.

Die Geschichte hat mich eigentlich von der ersten Seite an gefesselt. Sie wird aus der Perspektive von Ethan erzählt und hat somit einen männlichen Erzähler. Für mich als weibliche Leserin war dies zunächst gewöhnungsbedürftig, aber schon bald hatte man sich daran gewöhnt. Die Spannung hält sich konstant aufrecht, weil es hier einige Geheimnisse aufzudecken gilt und auch am Ende nicht alle gelüftet sind. Es bleibt also über den ersten Band hinaus spannend. Lediglich in der Mitte wird es ein wenig zäh, deshalb auch der kleine Abzug in der B-Note 😉

Die Protagonisten sind glaubwürdig und herzlich. Ethan ist einem sofort sympathisch und man kann sich direkt in ihn hineinversetzen. Auch als er Lena zum ersten Mal trifft, erlebt man seine Gefühle aus der ersten Reihe. Der Prozess den die beiden und insbesondere Lena durchmachen ist nachvollziehbar und authetisch. Ansonsten müssen sie sich mit den üblichen Teenager-Problemen herumschlagen: die erste Liebe, Neid und Missgunst, Ansehen und Aussehen oder die Auseinandersetzungen mit den Erziehungsberechtigten.

Aufgrund der Spannung und der gelungenen Umsetzung zum Thema Magie ist das Buch etwas für jedes Alter – egal ob jung oder alt. Ich persönlich würde am liebsten gleich in die Buchhandlung gehen und mir den zweiten Teil besorgen, da das furiose Ende doch sehr plötzlich kam und ich gerne wissen möchte wie es nun weiter geht.

Wer sich auf die Suche nach Antworten aus der Vergangenheit machen möchte und darüber hinaus eine zarte, junge Liebe erleben will, der ist hier genau richtig. Achtung: Leseempfehlung!

Bewertung: 4,5/5 Sterne

Interview mit Hilke-Gesa Bußmann

Es war einmal vor vielen Tagen, als das Licht noch früher hinter den Bergen verschwand und die Temperaturen die Menschen an gemütliche Orte trieb,
als sich Nessi mit der Autorin Hilke-Gesa Bußmann traf um über Ihre Leidenschaft zu sprechen:
Das Schreiben.

Schnell bemerkten die beiden, dass sie die Leidenschaft der Bücher verband, doch dann tauchte ein böser Zauberer auf und entführte die Prinzessin…

Ach nein, halt, das war die falsche Geschichte!
Wir sind ja hier schließlich nicht im Märchen!
Oder doch?
Wünscht sich nicht jedes Mädchen ihr Happy End
und den Traumprinzen auf dem weißen Pferd?

Genau davon handelt der Debütroman „Lieb mich!“ von Hilke.
Und genau darüber haben wir gesprochen!

Kurze Vorstellung:

Name: Hilke-Gesa Bußmann
Wohnort: Offenbach, kommt aber aus Ostfriesland
Debütroman: „Lieb mich!“
Alltagsleben: Studiert Germanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt, arbeitet freiberuflich in
der Verlagsbranche
Mag: Kreativität, Meer und Schnee. Am besten in Verbindung. Und Faust.
Mag nicht: Wespen, Pfeffer, stilles Wasser.

Noch schnell ein nettes Bildchen der natürlichen und überaus sympathischen Autorin geschossen und schon gings mit der Fragerei los:

Erst mal würde ich gerne von dir wissen wie du zum Schreiben gekommen bist. Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war es schon immer dein Traum Schriftstellerin zu werden?

Das ist wahrlich eine spannende Frage, die mir schon viele gestellt haben, aber selten hab ich so lange darüber nachgedacht, wie jetzt. Ich glaube, eine besondere Liebe und Leidenschaft zu Büchern und Literatur versteckte sich schon immer in mir. Mit drei oder vier Jahren, die Überlieferungen sind diesbezüglich nicht ganz genau datiert, habe ich meine Mutter so lange
genervt, bis sie mit mir den Struwwelpeter auswendig gelernt hat. Selbst der war nicht genug und ich lernte auch noch „Struwwelliese“ zu rezitieren. Natürlich zur Bewunderung sämtlicher
Tanten und Großeltern. Ich erinnere mich aber, dass ich das erste mal 2000 „richtig“ geschrieben habe. Ich war damals ein richtiger Pferdenarr und zwei Mal die Woche Reiten genügte mir nicht. Also träumte ich mich
auf einen Reiterhof und schrieb die Erlebnisse, die ich auf den Reiterhöfen aufschnappte, in einem Roman auf. Meine Protagonistin war damals superhübsch, war Tochter des Stallbesitzers und es gab genau 511 Pferde, die alle verschiedene Namen hatten. Ich liebte es, Pferdenamen zu sammeln und letztlich konzentrierte sich dieser erste Roman auf die
Aufzählung unterschiedlicher Pferdenamen. Meine Lieblingsnamen waren übrigens „Gardon“ und „Robin“. Allerdings habe ich als Jugendliche niemals davon geträumt, Schriftstellerin zu werden.
Das Schreiben ließ mich allerdings nie wirklich los. Ich schrieb Harry-Potter- Fanfiktion, habe damals viele Leute kennengelernt, die mich noch heute schriftstellerisch begleiten und zu meinen Testlesern gehören. Dann widmete ich mich Kurzgeschichten und begann mit 16 Jahren, an ersten Wettbewerben teilzunehmen, sogar erfolgreich. 2008 wurde ich mit dem ersten Platz des Odenwälder Krimipreis prämiert, was im Alter von damals 17 Jahren echt eine Auszeichnung war. Ich hab mir aber niemals träumen lassen, dass knappe 4 Jahre später mein erster Roman in meinem Regal steht. Aber jetzt ist es Realität und um ehrlich zu sein: Die Entscheidung, das Schreiben als Herausforderung anzunehmen, war die beste, die ich bisher
getroffen habe :). Ich liebe das Schreiben. Literatur ist meine Leidenschaft. Sowohl als Autorin, als auch auf beruflicher Ebene.

Dein erster Roman „Lieb mich!“ handelt vom Herzschmerz und der wahren Liebe. Wie bist du auf die Idee für die Story gekommen?

Mallorca, März 2010. Ich liebe das Wandern, weil man so schön die Gedanken freilassen kann. Ich saß an der Steilküste, einige Kilometer abseits von S‘Arenal und blickte auf die brausenden Wellen. Die Sonne blitzte nur manchmal durch die graue Decke am Himmel hindurch, aber dennoch waren viele Urlauber da. Auch viele junge Urlauber, Verliebte. Irgendwie führten diese mich zum Genre „Liebesroman“, in dem ich eigentlich gar nicht
schreibe … Weitergeführt von einigen, überaus kitschigen Filmen, die ich zufälligerweise gesehen habe, formte sich die Idee immer weiter in meinem Kopf. Vor allem die Grundidee der Aussage. Die Figuren habe ich letztlich erst einige Monate später wieder in Frankfurt gefunden.

Wie hast du deine Protagonistin Tanja kennengelernt? War sie spontan in deinem Kopf oder wurde sie sogar nach einer realen Person erschaffen?

Tanja saß mir in einem Zug gegenüber. Ich treffe beinahe alle Figuren meiner Romane und Geschichten in Zügen. Es ist so inspirierend, wenn die Landschaften oder die Dunkelheit der endlosen Tunnel an einem vorbeiziehen … Ich fahre viel Bahn. S-Bahn noch mehr als Regionaloder Fernstrecken. Aber ich genieße jede einzelne Fahrt und bin immer auf der Suche nach
einem neuen Charakter, beobachte die Personen, die an mir vorbeilaufen, sich mir gegenübersetzen genau. Und hinterfrage sie. Natürlich spreche ich sie nicht an, auch wenn ich das nur allzu oft gerne getan hätte, ich stelle mir vor, warum sie ihren Pullover heute falsch herum tragen. Warum sie Rosen in der Hand tragen. Wollen sie die verschenken oder haben sie die geschenkt bekommen? Haben sie Liebesschmerz? Oder besuchen sie die Mutter im
Krankenhaus? Es gibt Figuren in Zügen, die sind mir noch heute so präsent, dass ich das Gefühl, das mich überkam, als ich sie das erste mal gesehen habe, jeder Zeit wieder aufrufen kann. Euphorie, Ehrfurcht, Staunen. Das ist wirklich ein unglaubliches Gefühl. So war es auch bei Tanja, sie saß mir mit Alexander in der S-Bahn auf der Strecke zwischen Frankfurt Ostendstraße und Hauptwache gegenüber und unterhielten sich. Tanja schaute Alexander
dabei so verliebt und selbstlos an … Davon war ich richtig hingerissen. Und da hatte ich plötzlich meine Figuren für einen Roman, der schon 3 Kapitel lang war. Und es passte perfekt. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Figuren in den Zügen immer noch ein bisschen abwandle, vom Äußeren her. Es ist eher das erste, bestimmte Gefühl, was mich mitreißt, wenn
ich sie sehe. Und dann sitzen sie mir wie meine Figuren gegenüber und ich muss ehrlich gestehen: Nur zu gern würde ich mal mit Tanja und Alexander wieder Bahn fahren und ihnen von ihrer Geschichte erzählen.

Wie lange hast du an der Geschichte etwa geschrieben?

Gute anderthalb Jahre. Allerdings mit Pause. Zwischenzeitlich habe ich den Roman angefangen, an dem ich momentan wieder schreibe, Arbeitstitel „Neela“. Allerdings hatte ich dann plötzlich das Bedrängnis, „Lieb mich!“ unbedingt fertig schreiben zu müssen. Und als Autor muss man auch lernen, seinen Gefühlen zu folgen :).

Beschreibe „Lieb mich!“ mit 3 Adjektiven!

märchenhaft, heiß, leidenschaftlich

Welcher Zielgruppe würdest du „Lieb mich!“ empfehlen?

Ich glaube, „Lieb mich!“ ist besonders für junge Frauen interessant, die sich gerade auf der Liebe nach ihrem Traummann befinden. Allerdings sollte auch die Männerwelt nicht davor zurückschrecken und den Roman lesen! 😉

Hast du an der Covergestaltung mitgewirkt?

Es lag mir sehr am Herzen, dass die Covergestaltung meine Aufgabe war. Ich hatte Sorge, es könnte ansonsten zu kitschig werden und falsche Erwartungen hervorrufen … Ich wollte es stilisiert, ich wollte einen Frankfurtbezug und ich wollte keine deutlich dargestellten Menschen … Dank einer befreundeten Fotografin (Saskia Harter) konnten meine Vorstellungen erfüllt
werden. Gemeinsam gingen wir auf Motivsuche am Main und sie hat dank ihres unglaublichen Talents das Cover zu einem wahren Schmuckstück gemacht!

Wie bist du zu deinem Verlag gekommen und wie lange hat die Suche danach gedauert?

Ich habe schlichtweg im Internet nach Verlagen recherchiert und einige angeschrieben. Der AAVAA-Verlag hat recht zügig geantwortet, ich glaube die reine Suche hat nur zwei Monate gedauert. Das ist natürlich ein Glücksfall. Da ich selbst in der Buchbranche arbeite, weiß ich, dass die Verlagssuche normalerweise Jahre andauern kann …

Was für mich persönlich immer eine spannende Frage ist: Wie schreibst du an deinen Geschichten? Also wie darf man sich die Umgebung bzw. deine Rituale vorstellen? Ein kleines Zimmer mit großem Schreibtisch? Oder ein gemütlicher Ohrensessel mit Laptop auf dem Schoß?

Meine Schreibgewohnheiten hängen stark von meiner persönlichen Stimmung und von der Geschichte ab. „Lieb mich!“ habe ich größtenteils mit Musik im Hintergrund geschrieben und in meinem abgedunkelten Wohnzimmer. Kein Fernseher, nur das Schreibprogramm geöffnet. Bei den letzten Kapiteln hatte ich dann die Unterstützung von Tee und einer Kerze, die mir immer gezeigt hat, wie lange ich schon schreibe, denn sie ist gnadenlos niedergebrannt. Meinen momentanen Roman schreibe ich überwiegend beim DVDschauen. Ob du es mir glaubst oder nicht, aber Twilight ist ein klasse Film zum Schreiben. Ich bin kein Fan von Vampiren, ich mochte auch die Twilight-Bücher nicht lesen, aber die Verfilmung des ersten Romans habe ich … schon öfters gesehen ;-). Irgendwie beruhigt es mich, Edward und Bella bei ihren ersten Liebesszenen zu beobachten. Oh ja, dabei lässt es sich gut schreiben. Wenn ich jetzt daran denke, bekomme ich richtig Lust, die DVD in den Player zu schieben und eine Runde zu schreiben … Ich arbeite momentan an mehreren Projekten. Meine Geschichtssammlung „10 Meter unter Frankfurt“ schreibe ich nur auf Zugfahrten. Ich setze mich in eine S-Bahn von Offenbach nach Frankfurt und fahre und schreibe und fahre und … Sehr inspirierend! Ich bin schon gespannt, welche verrückten Schreibgewohnheiten sich in den nächsten Jahren noch entwickeln!

Du kommst ja ursprünglich aus Ostfriesland. Wie hat es dich nun mitten nach Hessen verschlagen?

Ich bin meinem Gefühl und der Liebe gefolgt. Die Mauern der Goethe-Universität und die Vorstellung, in einer Großstadt zu studieren, haben mich überzeugt. Frankfurt bietet außerdem den überaus interessanten Schwerpunkt „Kinder- und Jugendliteratur“ an, ein Studienschwerpunkt, den ich nicht missen möchte! So gesehen hat mein Gefühl mich nicht betrogen und mein Freund hat alles richtig gemacht, als er mir zur Überzeugung den Campus Westend und die riesengroße Bibliothek gezeigt hat!

In wie fern hat sich dein Leben nach Erscheinen deines ersten Buches verändert?

Es ist ein total komisches Gefühl, wenn Amazon einem das eigene Buch zum Kauf vorschlägt. Menschen kommen auf mich zu, die das Buch gelesen haben, obwohl ich ihnen nicht davon erzählt habe. Und die Erfahrung, dass es ihnen dann auch noch gefällt, ist großartig. Und neu. Ich habe dadurch viel gelernt und hoffe, dass das nächste Buch somit noch spannender wird. Aber ich habe vor allem auch erfahren, dass zum Autorsein nicht nur das Schreiben gehört, sondern auch andere Verpflichtungen wie Lesungen geben oder Kommunikation zwischen Lesern und Autoren zu fördern. Und ich muss sagen: Es macht mir Spaß! Ich würde gerne noch mehr mit Bloggern oder Lesern machen, um noch interaktiver Schreiben zu können! Also, wenn ihr Ideen habt, schreibt mich an!

Liest du selber gerne? Wenn ja, was ist dein bevorzugtes Genre?

Ich lese gerne Kinder- und Jugendliteratur – was natürlich mit meinem Studium zu tun hat. Ansonsten mag ich ausgefallene Bücher. Kreative Bücher, wo Autoren sich Dinge trauen. Stilistisch gewagt, inhaltlich gewagt. Interessant, spannend! Das sind die Parameter meines Leseinteresses.

Ich hoffe doch noch mehr von dir lesen zu dürfen. Welche Projekte hast du für die Zukunft geplant und auf was dürfen sich deine Leser freuen?

Auf meiner Liste stehen im Moment 5 verschiedene Projekte, von denen ich zwei mit ganz großem Engagement verfolge. „Neela“ (Arbeitstitel) ist ein Fantasyroman, der bereits jetzt in mehreren Teilen geplant ist. Es ist schwierig, nicht zu viel über diesen Roman zu verraten. Ich sag nur so viel: Es geht um Dämonen, um Schottland und: Es wird spannend! Sehr spannend! Das zweite Projekt ist ein Thriller, in dem es um einen Psychopathen geht, der seine Studienkollegen umbringt, weil er hat Angst, sie könnten sein Geheimnis ausplaudern … Aber auch hier müsst ihr wohl warten, bis das Buch fertig ist! Ihr könnt aber auf jeden Fall meinen Blog verfolgen. Dort berichte ich in regelmäßigen Abständen über meine neuen Projekte und auch über mein Schreiben generell. Und ihr könnt euch auf einige E-Bookprojekte freuen, die noch dieses Jahr erscheinen sollen. Von diesen war hier noch gar nicht die Rede 😀 Also, seid gespannt!!

Vielen Dank liebe Hilke für deine Zeit und deine Geduld! 🙂 Der Nachmittag mit dir war sehr schön und auch dein Roman hat mir sehr gut gfallen!

Wer die mein Rezension zu selbigem lesen möchte ist nur einen Klick entfernt!

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