Rezension zu Katharina Münks „Die Eisläuferin“

Grunddaten:

Autor: Katharina Münk

Titel: Die Eisläuferin

Taschenbuch: 256 Seiten

ISBN: 978-3-423-24881-5

Verlag: dtv premium

 

Klappentext:

Während ihrer Urlaubsreise mit der Transsibirischen Eisenbahn kommt einer Regierungschefin das Gedächtnis abhanden. In Omsk fällt ihr ein Bahnhofsschild aufs Haupt und stiehlt ihr fortan zwanzig Jahre ihres Lebens und jeden Tag aufs Neue ihre Erinnerungen. Ihr engster Beraterkreis und ihr Mann sind sich einig, diese Unpässlichkeit vorerst geheimzuhalten und die Chefin Tag für Tag neu »auf Schiene« zu setzen. Der Plan funktioniert – allerdings mit einigen Nebenwirkungen: Sie regiert plötzlich, als gäbe es kein Morgen, spontan, unvoreingenommen, ja geradezu leidenschaftlich. Und auf der Suche nach ihrem Gedächtnis kennt sie kein Pardon …

Meine Meinung:

Die Grundidee der Geschichte hat mich sehr interessiert und ich dachte, dass es mal ein neues, spannendes Thema wäre. Leider hat mich das Buch wirklich sehr enttäuscht.

Der Spannungbogen ist einfach nicht vorhanden. Die Geschichte fährt auf der Nulllinie eines Herzmonitors entlang wo der Puls nicht erkennbar ist. Auch die Sprache ist für die Spannung nicht förderlich. Die Protagonistin sinniert über ihr Leben und die Handlung ist so gut wie nicht vorhanden.

Die Charaktere sind blass und unerreichbar. Sie haben nicht mal Namen und werden nur mit „die Regierungschefin“ oder „ihr Mann“ bezeichnet. Das schafft für den Leser eine Distanz, die für mich einfach nicht zu überwinden war.

Die zweite Hälfte des Buches habe ich dann auch nur noch quer gelesen. Das Ende ist wenig überraschend und vorausschaubar.

Vielleicht war ich auch einfach nicht die passende Leserin für das Buch, aber ich bin wirklich sehr enttäuscht. Den einzigen Stern vergebe ich für die Grundidee, die ich klasse finde, an deren Umsetzung es aber gescheitert ist.

Bewertung: 1/5 Sterne

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Rezension zu Peter Hellingers „Feuergott“

Grunddaten:

Autor: Peter Hellinger

Titel: Feuergott

Paperback: 156 Seiten

ISBN: 978-3-9813059-2-0

Verlag: art&words

Inhalt laut Verlag:

„Bakun!“ schrien die Menschen im Rhythmus der Trommel, „Bakun!“ schrie auch Thoralf, der inmitten des leuchtenden Dampfes stand und mit dem Zeremonienmesser die Luft zerteilte. Er glaubte eine Bewegung jenseits der Schwaden zu erkennen, eine große Gestalt, ganz in Silber. Schwankend stolperte das Wesen aus dem Dampf direkt auf ihn zu. Bakun, der Feuergott, war in die Welt zurückgekehrt.

Meine Meinung:

„Feuergott“ ist eine Sammlung von 34 Kurzgeschichten. Normalerweise bin ich kein Fan von Kurzgeschichten, weil ich mich immer schlecht in die Charaktere hineinversetzen kann. Kaum hat die Geschichte begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei.
Peter Hellinger konnte mich mit seinen Kurzgeschichten aber vollkommen überzeugen!

Manche Kapitel sind lediglich 2 Seiten lang und trotzdem wird der Charakter vom ersten Satz an lebendig. Nachdem ich die Lektüre beendet habe, hatte ich das Gefühl eine kleine Familie kennengelernt zu haben. Jeder Charakter ist auf seine Weise einzigartig und der Autor hat ein unwahrscheinliches Talent diese mit Leben zu erfüllen.

Meist sind die Geschichten phantastisch angehaucht. In jedem Fall wird der Leser aber immer mindestens eine Geschichte finden, die ihm gut gefällt, denn es ist für jeden Geschmack etwas dabei: Von traurig bis fröhlich, von lustig bis nachdenklich.
Die Schauplätze sind dabei auch vielfältig. Von Deutschland bis hin zu erdachten Welten wird der Leser mit auf die Reise genommen.

Die einzelnen Erzählungen wollen eine Aussage vermitteln. Ganz oft habe ich nach einem weiteren Kapitel inne gehalten und darüber nachgedacht. Meine persönliche Lieblingsgeschichte ist die „Betriebsanleitung“. Eigentlich witzig geschrieben wie ein Menschlein auf die Welt kommt und man ihn zu einem Erwachsenen zu erziehen hat. Legt man das Buch dann bei Seite und denkt einen kurzen Moment darüber nach, kommt die Message des Ganzen heraus: Wie sensibel unser Organismus funktioniert und wie nüchtern man unsere ganzen biologischen Vorgänge betrachten kann.

Für mich sind diese Kurzgeschichten eine Empfehlung für jeden Deutschunterricht. Sie sind nicht nur unterhaltsam, sondern vermitteln auch auf nachdenkliche Weise eine Lehre. Und das auf höchstem Nieveau! Der Schreibstil ist manchmal locker und manchmal sehr poetisch. Gerade die Abwechslung hat mich persönlich überzeugt.

Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, der einen kurzen Ausflug in andere fremde Welten unternehmen möchte. Ich habe das Buch am Stück gelesen, würde meine Empfehlung aber dahingehend aussprechen jeden Tag eine Kurzgeschichte zu genießen.

Bewertung: 5/5 Sterne!

geschrieben für BloggdeinBuch