Rezension zu Ellen Hopkins „Crank“

Grunddaten:

Autor: Ellen Hopkins

Titel: Crank

Taschenbuch: 544 Seiten

ISBN:978-3-551-58230-0

Verlag: Carlsen

Klappentext:

Das Leben war gut,
bevor ich es
traf,

das Monster.

Das Leben
danach

war großartig.

Auf jeden
Fall

für kurze Zeit.

Kristina ist gut in der Schule, freundlich und wohlerzogen. Doch dann begegnet sie dem Monster. CRANK. Der Droge. Und was wie ein Abenteuer anfängt, wird zu einem Kampf um ihren Verstand, ihre Seele – ihr Leben.

Ellen Hopkins zeichnet mit ihrem in freien Versen geschriebenen Roman ein schmerzlich genaues Bild davon, wie unerbittlich die Sucht sein kann. Jede einzelne Seite ist ein kleines Kunstwerk, das den Leser die schwindelerregend schnell abwärts stürzende Spirale von Kristinas Welt mit hinunterreißt und ihm mit seiner Intensität den Atem nimmt.

Meine Meinung:

„Crank“ ist das erste Jugendbuch der Autorin und ihm liegen wahre Begebenheiten zu Grunde.

Das Besondere an diesem Buch ist die Gestaltung der Seiten. Die Seiten sind beispielsweise wie oben die ersten Sätze des Klappentextes gestaltet. Manchmal sind die Sätze in Formen angeordnet. Manchmal müssen die Sätze vertikal oder schräg gelesen werden. Und wieder ein anderes Mal ergeben sie in zwei verschiedene Richtungen auch verschiedene Sätze.
Aber gerade das Herausfinden der Leserichtung hat mich manchmal gestört, weil es mich aus dem Lesefluss gebracht hat und deswegen bringe ich hier meine einzige Kritik an.

Ebenso gelungen ist die Protagonistin Kristina. Ihre Geschichte wird in der Ich-Perspektive erzählt und verschafft so jedem Leser Zugang zu Ihrer Psyche. Man kann Ihre Zweifel und Probleme nachvollziehen und auch ihren Absturz kann man so hautnah miterleben.
An vielen Stellen war ich traurig, weil ich als Außenstehende die falschen Entscheidungen sehen konnte, die sie immer wieder getroffen hat. Am liebsten wollte man sie bei den Schultern packen und ihr sagen, dass sie aufhören soll mit den Drogen.

Gerade für Jugendliche ist dieses Buch besonders interessant. Die Story ist dramatisch, abschreckend und brutal direkt. Somit hat das Buch also auch einen Lerneffekt.

Aber natürlich empfehle ich das Buch auch allen erwachsen Lesern.

Bewertung: 4/5 Punkte

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Rezension zu Kluuns „Mitten ins Gesicht“

Grunddaten:

Autor: Kluun

Titel: Mitten ins Gesicht

Paperback: 368 Seiten

ISBN: 978-3-596-16911-5

Verlag: Scherz (Fischer Verlage)

Inhalt laut Verlag:

Stijn und Carmen sind jung, schön, gesund und leben aus dem Vollen. Bis Carmen schwer krank wird. Stijn tut alles, um ihr beizustehen, doch er fühlt sich völlig überfordert. Obsessiv stürzt er sich in Affären, um die Scheißangst zu betäuben. Aber er weiß, dass ihm nur eins bleibt: der Realität mitten ins Gesicht zu sehen – für Carmen.

Meine Meinung:

Ich habe lange überlegt ob ich das Buch lesen soll oder nicht, da ich vor ein paar Monaten selber einen geliebten Menschen an den Krebs verloren habe. Nun bin ich allerdings froh, dass ich es getan habe, da das Buch wie eine kleine Therapie für mich war.

Der Autor hat es geschafft mich schon nach ein paar Seiten gefangen zu nehmen und nicht mehr los zu lassen. Das Schicksal von Carmen und Stijn ist wirklich sehr ergreifend. Auf der einen Seite die starke und mutige Carmen, die sich bis zu letzt gegen ihre Krankheit wehrt und ihren Mann so akzeptiert wie er ist. Und auf der anderen Seite Stijn, der sich am liebsten in eine andere Welt flüchten möchte. Die beiden sind so gegensätzlich und im Herzen doch gleich: Beide möchten geliebt werden und versuchen das beste aus der Situation zu machen.

Die Geschichte wird aus Sicht von Stijn erzählt. So kann man sich wirklich direkt in ihn hinein versetzen und kann seine Zweifel absolut nachvollziehen. Durch seine Affären versucht er sich lebendig zu fühlen, weil zu Hause der Tod auf ihn wartet. Er versucht es so verzweifelt zu verdrängen, dass er beinahe das Wichtigste in seinem Leben vergisst: Seine Frau.

Der Autor versucht die Geschichte auf eine lustige Weise zu erzählen, da Stijn und Carmen eigentlich fröhliche Menschen sind. Der teilweise trockene Humor und die nüchterne Art und Weise wie sie versuchen den Krebs zu bekämpfen, gestaltet ein ernstes Thema neu.

Einziger Kritikpunkt bzw. mit was ich gar nicht klar gekommen bin: Die niederländischen Straßen-, Orts- und Lokalitätsnamen.

Mich hat das Buch wirklich tief bewegt und während des Lesens ist nicht nur eine Träne geflossen…
Ich werde auf jeden Fall auch den zweiten Band um Stijn van Diepen lesen. Gerade der autobiografische Hintergrund des Autors konnte mich hier absolut überzeugen.

Bewertung: 5/5 Sterne

Rezension zu David Foenkinos „Nathalie küsst“

Grunddaten:

Autor: David Foenkinos

Titel: Nathalie küsst

Hardcover: 239 Seiten

ISBN: 978-3406621628

Verlag: C. H. Beck

 

Zum Inhalt laut Amazon:

Nathalie und François sind ein Paar wie aus dem Märchenbuch, mit Feingefühl und Geschmack. Doch eines Tages kommt François nicht vom Joggen zurück, eine Blumenhändlerin überfährt ihn.
Die schöne Nathalie muss fortan allein durchs Leben gehen, sich der Neugier der Kollegen und der Avancen ihres Chefs Charles in der schwedischen Firma, in der sie als leitende Angestellte arbeitsbesessen über der Akte 114 brütet, erwehren. Als der unscheinbare Quotenschwede Markus ihr Büro betritt, packt sie ihn unvermittelt und küsst ihn. Markus, konsterniert, geht aufs Ganze, eine Liebesgeschichte beginnt, wie sie purer, zärtlicher und empfindsamer nicht sein kann. Während in der Firma die Gerüchteküche brodelt und Charles zu brutalen Maßnahmen greift, begeben sich Nathalie und Markus auf die Flucht in den Garten der Großmutter, zurück zu den Ursprüngen von Kindheit und der gemeinsamen Lieblingssüßigkeit PEZ – und lassen sich von der Liebe überraschen.

Meine Meinung:

„Nathalie küsst“ war mein erster Roman vom Autor Foenkinos. Nach mehreren spannenden und abenteuerlichen Romanen war ich genau in der richtigen Stimmung für einen gefühlvollen Roman – und wurde leider bitter enttäuscht.

Ich weiß gar nicht wo ich genau anfangen soll. Zunächst habe ich mir vom Titel, von der Buchankündigung und vom Genre etwas fürs Herz erhofft. Leider kam durch die sehr nüchterne Art der Protagonisten bei mir keine gefühlsbetonte Stimmung auf. Der Roman beginnt mit einer Hochzeit, geht dann mit einem Todesfall weiter und endet mit der Liebe. Dabei werden die emotionalen Stellen so sachlich abgewickelt, dass ich mich zwischendurch immer weider gefragt habe, welches Genre ich in der Hand halte.

Vielleicht lag es aber auch einfach an der hoch poetischen Sprache, dass ich nicht in den Roman reingefunden habe. Ich lese zwar auch Bücher wie Austens und Co., aber wenn ich einen Liebesroman aus der Neuzeit lese, finde ich es kontraproduktiv manche Sätze zweimal lesen zu müssen um deren Gehalt zu verstehen.

Ein weiterer Kritikpunkt sind die eingeschobenen Zwischenkapitel. Die Geschichte um Nathalie wird immer wieder von kurzen Einschüben unterbrochen. Hier werden Songtexte, Risottorezepte, Wikipediaauszüge oder Bildanalysen eingebracht, die zwar (teilweise am Rande) etwas mit der Geschichte zu tun haben, mich aber unwahrscheinlich in meinem Lesefluss gestört haben. Immer wenn ich gedacht habe „jetzt bist du in der Geschichte drin“ haben mich die Zwischenpassagen wieder heraus gerissen.

Die Verhaltensweisen der Protagonisten sind glaubhaft, allerdings sind sie so unnahbar für den Leser, dass sie im Prinzip Fremde sind.

Die Grundidee des Romanes hat mir von Anfang an gefallen und man hätte sicher auch ein bisschen Spannung in die Liebesgeschichte bringen können. Vielleicht habe ich auch einfach zu viel erwartet… für alle, die sich vom Gegenteil überzeugen wollen, kann der Roman hier bestellt werden *klick*

Bewertung: 2/5 Sterne

Geschrieben für Blog dein Buch.

 

Rezension zu Roman Marchels „Kickboxen mit Lu“

Grunddaten:

Autor: Roman Marchel

Titel: Kickboxen mit Lu

Hardcover: 222 Seiten

ISBN: 978-3701715732

Verlag: Residenzverlag

Inhaltsangabe vom Residenzverlag:

Dieses Buch wird Sie umhauen: vor Witz, vor Tempo, vor Klugheit und vor Rührung.

„Also, kein Sex, kein Gott, keine Träume“, sonst redet Lu über alles. Den Eltern erzählt sie, sie fahre in ein Trainingscamp, zwei Wochen Kickboxen. Stattdessen nimmt sie sich eine Auszeit, mietet sich ein in der Pension „Zur schönen Gegenwart“. Lu ist 16, Geschichte hat sie noch keine, keine richtige, aber reden kann sie, wie andere atmen. In der Pension trifft sie auf Tulpe Valentin, eine alte Schriftstellerin, acht Romane hat sie geschrieben, der letzte ist lange her. Sie glaubt, sie hätte ihr Leben hinter sich und auch das Schreiben. Die Auszeit,  die sie und ihr kranker Pensionsnachbar sich nehmen, ist ein Warten auf den richtigen Moment aufzugeben. „Ein Treffer, den man kommen sieht, tut weniger weh.“

Aber dann kommt Lu und redet, und Tulpe Valentin hört zu und schreibt auf, ihren letzten Roman, weil sie erkennt, dass sie hier das Leben vor sich hat – ein anderes Leben, das weitergeht.

Meine Meinung:

„Kickboxen mit Lu“ ist der erste Roman vom österreichischen Autor Roman Marchel.

Ich bin immer noch sehr berührt von dieser Lektüre. Daher weiß ich auch nicht so recht, wo ich nun anfangen soll. Die Sprache des Romans steht bei mir klar im Fokus meiner Beurteilung. Es hat ein paar Seiten gedauert, bis man sich als Leser in die Welt und Sprache von Lu eingelesen hat. Das komplette Buch kommt ohne Anführungszeichen aus und doch ist es ein ständiger Dialog zwischen Lu und Tulpe Valentin. Das hat mich am meisten verwirrt und begeistert zugleich.

Du Sprache von Lu ist genau so wie es bei einem 16jährigen Mädchen aus der Realität: Direkt und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Der Leser befindet sich mitten in ihrer Welt und man kann ihre Probleme und Standpunkte absolut nachvollziehen. Sie plappert wie ihr der Mund gewachsen ist und springt vom einen auf das nächste Thema.

Lu und Tulpe Valentin könnten nicht unterschiedlicher sein: Während Lu eine jugendliche und direkte Sprache vorweist, ist sie bei Tulpe Valentin eher gehoben, also ganz Schriftstellerin. Ich habe dieses Bild immer vor Augen gehabt wie die junge Lu und die alte Tulpe auf der Bank im Garten sitzen und sich ihre Geschichten erzählen. Dieses Bild hat mich sehr angesprochen. Doch haben auch beide einen wichtigen Punkt gemeinsam: Beide wollen der Realität entfliehen. Diese Gemeinsamkeit verbindet sie und schafft so ein ganz besonderes Band zwischen dem ungleichen Paar.

Ich habe während dieser Geschichte gelächelt, geschmunzelt,  mitgefühlt, zugehört und am Ende noch eine ganze Weile darüber nachgedacht. Es könnte eine Geschichte sein, die sowohl dir als auch mir jeden Tag passieren könnte. Zwei Leben, die an einem Ort aufeinander treffen und den Alltag des anderen ein klein wenig erhellen.

Habe ich euch nun neugierig auf Lu´s Gechichte gemacht? Hier könnt ihr sie bestellen. *klick*

Bewertung: 4/5 Sterne

Geschrieben für Blogg dein Buch.

Rezension zu Bernhard Schlinks „Der Vorleser“

Grunddaten:

Autor: Bernhard Schlink

Titel: Der Vorleser

Taschenbuch: 208 Seiten

ISBN: 978-3257229530

Verlag: Diogenes

 

Zum Inhalt:

Michael ist gerade 15 Jahre alt als er Hanna Schmitz begegnet. Sie ist seine erste große Liebe.  Doch Hanna ist nicht nur viel älter als Michael, nein, sie hütet auch ein Geheimnis, dass um keinen Preis ans Tageslicht kommen soll.
Eines Tages ist sie einfach verschwunden. Michael trifft sie erst Jahre später wieder. Doch die Umstände des Wiedersehens sind keine positiven…

Meine Meinung:

Für mich gehört „Der Vorleser“ schon jetzt zur klassischen Literatur, die in jedem Deutschunterricht behandelt werden sollte.

Bernhard Schlink schafft es mit seiner Sprache, die er verwendet, wunderschöne Metaphern und Bilder zu erschaffen. Die Sprache ist zwar etwas gehoben und vielleicht nichts für jederman, aber sie ist sehr malerisch und spielerisch. Wenn man sich darauf einlässt, kann sie einen an einen anderen Ort entführen.

Die Geschichte von Michael wird in der Ich-Perspektive erzählt und macht so seine Gefühle und Empfindungen deutlich. Von der ersten bis zur letzten Begegnung mit Hanna steht er doch immer zu ihr und kann sich doch nicht von ihr lösen, auch wenn er es vielleicht gerne getan hätte. Der Zwiespalt, der in ihm herrscht, wird so immer wieder deutlich gemacht.

Ich habe mich so oft während des Lesens gefragt, wie viel anders Michaels Leben doch hätte verlaufen können, wenn er Hanna nicht getroffen hätte. Wäre er glücklich geworden?

Ein zentrales Thema des Buches ist der Stolz. Hanna, die zu stolz ist sich ihre Schwächen einzugestehen und Michael, der zu stolz ist Hanna zu helfen. Die beiden sind in gewisser Form von einander abhängig und passen doch nicht zusammen.

Die Geschichte von Michael und Hanna hat mich tief berührt und am Ende musste ich sogar die eine oder andere Träne verdrücken.

Auch die Themen des Zweiten Weltkrieges und des Analphabetismus sind gut heraus gearbeitet.

Für mich ein wirklich wunderbares Buch.

Bewertung: 5/5 Sterne

 

 

Rezension zu Kate Mortons „Die fernen Stunden“

Zum Inhalt:

Saffy, Percy und Juniper Blythe wohnen auf Schloss Milderhurst. Sie wohnen dort schon seit ihrer Geburt und als der zweite Weltkrieg ausbricht und Kinder aus London evakuiert werden, entscheidet sich Juniper Blythe die kleine Meredith mit auf das Schloss zu nehmen.
Meredith Baker verbringt die schönste Zeit ihres Lebens auf Schloss Milderhurst und freundet sich mit der jüngeren Juniper an.
In einer stürmischen Nacht im Oktober 1941 passiert allerdings ein schreckliches Ereignis was nicht nur das Leben der drei Schwester durcheinander bringt.

Fünfzig Jahre später kommt ein längst vergessen geglaubter Brief bei Meredith an, die mittlerweile geheiratet hat und eine Tochter, Edith, hat.
Als Edith die Reaktion ihrer Mutter auf den Brief mitbekommt, kann sie gar nicht anders als sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Was stand in dem Brief? Und was geschah in jener geheimnisvollen Nacht?

Mein Fazit:

Zunächst möchte ich mich bei Kate Morton dafür bedanken, dass sie es immer wieder schafft, solch tolle Bücher zu schreiben, die einen von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann ziehen.
Es handelt sich um das dritte Buch von ihr.
Die Beschreibungen und die Sprache die in diesem Buch benutzt wird, ist einfach nur wunderschön. Kate malt einem die Bilder der Landschaft und des alten Schlosses direkt in den Kopf und man kann gar nicht anders als sich von diesen schönen Bildern davon tragen zu lassen.
Die Charaktere der drei Schwestern sind wirklich sehr gelungen. Verschiedener könnten Charaktere gar nicht sein. Die Zwillinge erscheinen wie Ying und Yang und auch Juniper ist ein sehr prägnanter Charakter.
Geschickt sind die Schicksale der drei Schwestern und die von Mutter und Tochter (Meredith und Edith) miteinander verbunden.
Die Rückblenden sind sehr gut ineinander verflochten. Dem Leser wird das Geheimnis der Schlossmauern scheibchenweise serviert und man kann das Buch deshalb nicht aus der Hand legen.
Die letzten 100 Seiten sind sehr temporeich und erst auf den letzten Seiten wird dann wirklich das Geheimnis jener Nacht gelüftet.
Für mich ein sehr gelungenes Buch. Ich warte nun sehnsüchtig auf das nächste von Kate Morton, was wahrscheinlich ja leider erst nächstes Frühjahr erscheinen wird.

Bewertung: 5/5 Sterne! Super klasse top Buch! Sehr empfehlenswert!