Interview mit Hilke-Gesa Bußmann

Es war einmal vor vielen Tagen, als das Licht noch früher hinter den Bergen verschwand und die Temperaturen die Menschen an gemütliche Orte trieb,
als sich Nessi mit der Autorin Hilke-Gesa Bußmann traf um über Ihre Leidenschaft zu sprechen:
Das Schreiben.

Schnell bemerkten die beiden, dass sie die Leidenschaft der Bücher verband, doch dann tauchte ein böser Zauberer auf und entführte die Prinzessin…

Ach nein, halt, das war die falsche Geschichte!
Wir sind ja hier schließlich nicht im Märchen!
Oder doch?
Wünscht sich nicht jedes Mädchen ihr Happy End
und den Traumprinzen auf dem weißen Pferd?

Genau davon handelt der Debütroman „Lieb mich!“ von Hilke.
Und genau darüber haben wir gesprochen!

Kurze Vorstellung:

Name: Hilke-Gesa Bußmann
Wohnort: Offenbach, kommt aber aus Ostfriesland
Debütroman: „Lieb mich!“
Alltagsleben: Studiert Germanistik an der Goethe-Universität in Frankfurt, arbeitet freiberuflich in
der Verlagsbranche
Mag: Kreativität, Meer und Schnee. Am besten in Verbindung. Und Faust.
Mag nicht: Wespen, Pfeffer, stilles Wasser.

Noch schnell ein nettes Bildchen der natürlichen und überaus sympathischen Autorin geschossen und schon gings mit der Fragerei los:

Erst mal würde ich gerne von dir wissen wie du zum Schreiben gekommen bist. Gab es ein Schlüsselerlebnis oder war es schon immer dein Traum Schriftstellerin zu werden?

Das ist wahrlich eine spannende Frage, die mir schon viele gestellt haben, aber selten hab ich so lange darüber nachgedacht, wie jetzt. Ich glaube, eine besondere Liebe und Leidenschaft zu Büchern und Literatur versteckte sich schon immer in mir. Mit drei oder vier Jahren, die Überlieferungen sind diesbezüglich nicht ganz genau datiert, habe ich meine Mutter so lange
genervt, bis sie mit mir den Struwwelpeter auswendig gelernt hat. Selbst der war nicht genug und ich lernte auch noch „Struwwelliese“ zu rezitieren. Natürlich zur Bewunderung sämtlicher
Tanten und Großeltern. Ich erinnere mich aber, dass ich das erste mal 2000 „richtig“ geschrieben habe. Ich war damals ein richtiger Pferdenarr und zwei Mal die Woche Reiten genügte mir nicht. Also träumte ich mich
auf einen Reiterhof und schrieb die Erlebnisse, die ich auf den Reiterhöfen aufschnappte, in einem Roman auf. Meine Protagonistin war damals superhübsch, war Tochter des Stallbesitzers und es gab genau 511 Pferde, die alle verschiedene Namen hatten. Ich liebte es, Pferdenamen zu sammeln und letztlich konzentrierte sich dieser erste Roman auf die
Aufzählung unterschiedlicher Pferdenamen. Meine Lieblingsnamen waren übrigens „Gardon“ und „Robin“. Allerdings habe ich als Jugendliche niemals davon geträumt, Schriftstellerin zu werden.
Das Schreiben ließ mich allerdings nie wirklich los. Ich schrieb Harry-Potter- Fanfiktion, habe damals viele Leute kennengelernt, die mich noch heute schriftstellerisch begleiten und zu meinen Testlesern gehören. Dann widmete ich mich Kurzgeschichten und begann mit 16 Jahren, an ersten Wettbewerben teilzunehmen, sogar erfolgreich. 2008 wurde ich mit dem ersten Platz des Odenwälder Krimipreis prämiert, was im Alter von damals 17 Jahren echt eine Auszeichnung war. Ich hab mir aber niemals träumen lassen, dass knappe 4 Jahre später mein erster Roman in meinem Regal steht. Aber jetzt ist es Realität und um ehrlich zu sein: Die Entscheidung, das Schreiben als Herausforderung anzunehmen, war die beste, die ich bisher
getroffen habe :). Ich liebe das Schreiben. Literatur ist meine Leidenschaft. Sowohl als Autorin, als auch auf beruflicher Ebene.

Dein erster Roman „Lieb mich!“ handelt vom Herzschmerz und der wahren Liebe. Wie bist du auf die Idee für die Story gekommen?

Mallorca, März 2010. Ich liebe das Wandern, weil man so schön die Gedanken freilassen kann. Ich saß an der Steilküste, einige Kilometer abseits von S‘Arenal und blickte auf die brausenden Wellen. Die Sonne blitzte nur manchmal durch die graue Decke am Himmel hindurch, aber dennoch waren viele Urlauber da. Auch viele junge Urlauber, Verliebte. Irgendwie führten diese mich zum Genre „Liebesroman“, in dem ich eigentlich gar nicht
schreibe … Weitergeführt von einigen, überaus kitschigen Filmen, die ich zufälligerweise gesehen habe, formte sich die Idee immer weiter in meinem Kopf. Vor allem die Grundidee der Aussage. Die Figuren habe ich letztlich erst einige Monate später wieder in Frankfurt gefunden.

Wie hast du deine Protagonistin Tanja kennengelernt? War sie spontan in deinem Kopf oder wurde sie sogar nach einer realen Person erschaffen?

Tanja saß mir in einem Zug gegenüber. Ich treffe beinahe alle Figuren meiner Romane und Geschichten in Zügen. Es ist so inspirierend, wenn die Landschaften oder die Dunkelheit der endlosen Tunnel an einem vorbeiziehen … Ich fahre viel Bahn. S-Bahn noch mehr als Regionaloder Fernstrecken. Aber ich genieße jede einzelne Fahrt und bin immer auf der Suche nach
einem neuen Charakter, beobachte die Personen, die an mir vorbeilaufen, sich mir gegenübersetzen genau. Und hinterfrage sie. Natürlich spreche ich sie nicht an, auch wenn ich das nur allzu oft gerne getan hätte, ich stelle mir vor, warum sie ihren Pullover heute falsch herum tragen. Warum sie Rosen in der Hand tragen. Wollen sie die verschenken oder haben sie die geschenkt bekommen? Haben sie Liebesschmerz? Oder besuchen sie die Mutter im
Krankenhaus? Es gibt Figuren in Zügen, die sind mir noch heute so präsent, dass ich das Gefühl, das mich überkam, als ich sie das erste mal gesehen habe, jeder Zeit wieder aufrufen kann. Euphorie, Ehrfurcht, Staunen. Das ist wirklich ein unglaubliches Gefühl. So war es auch bei Tanja, sie saß mir mit Alexander in der S-Bahn auf der Strecke zwischen Frankfurt Ostendstraße und Hauptwache gegenüber und unterhielten sich. Tanja schaute Alexander
dabei so verliebt und selbstlos an … Davon war ich richtig hingerissen. Und da hatte ich plötzlich meine Figuren für einen Roman, der schon 3 Kapitel lang war. Und es passte perfekt. Allerdings muss ich sagen, dass ich die Figuren in den Zügen immer noch ein bisschen abwandle, vom Äußeren her. Es ist eher das erste, bestimmte Gefühl, was mich mitreißt, wenn
ich sie sehe. Und dann sitzen sie mir wie meine Figuren gegenüber und ich muss ehrlich gestehen: Nur zu gern würde ich mal mit Tanja und Alexander wieder Bahn fahren und ihnen von ihrer Geschichte erzählen.

Wie lange hast du an der Geschichte etwa geschrieben?

Gute anderthalb Jahre. Allerdings mit Pause. Zwischenzeitlich habe ich den Roman angefangen, an dem ich momentan wieder schreibe, Arbeitstitel „Neela“. Allerdings hatte ich dann plötzlich das Bedrängnis, „Lieb mich!“ unbedingt fertig schreiben zu müssen. Und als Autor muss man auch lernen, seinen Gefühlen zu folgen :).

Beschreibe „Lieb mich!“ mit 3 Adjektiven!

märchenhaft, heiß, leidenschaftlich

Welcher Zielgruppe würdest du „Lieb mich!“ empfehlen?

Ich glaube, „Lieb mich!“ ist besonders für junge Frauen interessant, die sich gerade auf der Liebe nach ihrem Traummann befinden. Allerdings sollte auch die Männerwelt nicht davor zurückschrecken und den Roman lesen! 😉

Hast du an der Covergestaltung mitgewirkt?

Es lag mir sehr am Herzen, dass die Covergestaltung meine Aufgabe war. Ich hatte Sorge, es könnte ansonsten zu kitschig werden und falsche Erwartungen hervorrufen … Ich wollte es stilisiert, ich wollte einen Frankfurtbezug und ich wollte keine deutlich dargestellten Menschen … Dank einer befreundeten Fotografin (Saskia Harter) konnten meine Vorstellungen erfüllt
werden. Gemeinsam gingen wir auf Motivsuche am Main und sie hat dank ihres unglaublichen Talents das Cover zu einem wahren Schmuckstück gemacht!

Wie bist du zu deinem Verlag gekommen und wie lange hat die Suche danach gedauert?

Ich habe schlichtweg im Internet nach Verlagen recherchiert und einige angeschrieben. Der AAVAA-Verlag hat recht zügig geantwortet, ich glaube die reine Suche hat nur zwei Monate gedauert. Das ist natürlich ein Glücksfall. Da ich selbst in der Buchbranche arbeite, weiß ich, dass die Verlagssuche normalerweise Jahre andauern kann …

Was für mich persönlich immer eine spannende Frage ist: Wie schreibst du an deinen Geschichten? Also wie darf man sich die Umgebung bzw. deine Rituale vorstellen? Ein kleines Zimmer mit großem Schreibtisch? Oder ein gemütlicher Ohrensessel mit Laptop auf dem Schoß?

Meine Schreibgewohnheiten hängen stark von meiner persönlichen Stimmung und von der Geschichte ab. „Lieb mich!“ habe ich größtenteils mit Musik im Hintergrund geschrieben und in meinem abgedunkelten Wohnzimmer. Kein Fernseher, nur das Schreibprogramm geöffnet. Bei den letzten Kapiteln hatte ich dann die Unterstützung von Tee und einer Kerze, die mir immer gezeigt hat, wie lange ich schon schreibe, denn sie ist gnadenlos niedergebrannt. Meinen momentanen Roman schreibe ich überwiegend beim DVDschauen. Ob du es mir glaubst oder nicht, aber Twilight ist ein klasse Film zum Schreiben. Ich bin kein Fan von Vampiren, ich mochte auch die Twilight-Bücher nicht lesen, aber die Verfilmung des ersten Romans habe ich … schon öfters gesehen ;-). Irgendwie beruhigt es mich, Edward und Bella bei ihren ersten Liebesszenen zu beobachten. Oh ja, dabei lässt es sich gut schreiben. Wenn ich jetzt daran denke, bekomme ich richtig Lust, die DVD in den Player zu schieben und eine Runde zu schreiben … Ich arbeite momentan an mehreren Projekten. Meine Geschichtssammlung „10 Meter unter Frankfurt“ schreibe ich nur auf Zugfahrten. Ich setze mich in eine S-Bahn von Offenbach nach Frankfurt und fahre und schreibe und fahre und … Sehr inspirierend! Ich bin schon gespannt, welche verrückten Schreibgewohnheiten sich in den nächsten Jahren noch entwickeln!

Du kommst ja ursprünglich aus Ostfriesland. Wie hat es dich nun mitten nach Hessen verschlagen?

Ich bin meinem Gefühl und der Liebe gefolgt. Die Mauern der Goethe-Universität und die Vorstellung, in einer Großstadt zu studieren, haben mich überzeugt. Frankfurt bietet außerdem den überaus interessanten Schwerpunkt „Kinder- und Jugendliteratur“ an, ein Studienschwerpunkt, den ich nicht missen möchte! So gesehen hat mein Gefühl mich nicht betrogen und mein Freund hat alles richtig gemacht, als er mir zur Überzeugung den Campus Westend und die riesengroße Bibliothek gezeigt hat!

In wie fern hat sich dein Leben nach Erscheinen deines ersten Buches verändert?

Es ist ein total komisches Gefühl, wenn Amazon einem das eigene Buch zum Kauf vorschlägt. Menschen kommen auf mich zu, die das Buch gelesen haben, obwohl ich ihnen nicht davon erzählt habe. Und die Erfahrung, dass es ihnen dann auch noch gefällt, ist großartig. Und neu. Ich habe dadurch viel gelernt und hoffe, dass das nächste Buch somit noch spannender wird. Aber ich habe vor allem auch erfahren, dass zum Autorsein nicht nur das Schreiben gehört, sondern auch andere Verpflichtungen wie Lesungen geben oder Kommunikation zwischen Lesern und Autoren zu fördern. Und ich muss sagen: Es macht mir Spaß! Ich würde gerne noch mehr mit Bloggern oder Lesern machen, um noch interaktiver Schreiben zu können! Also, wenn ihr Ideen habt, schreibt mich an!

Liest du selber gerne? Wenn ja, was ist dein bevorzugtes Genre?

Ich lese gerne Kinder- und Jugendliteratur – was natürlich mit meinem Studium zu tun hat. Ansonsten mag ich ausgefallene Bücher. Kreative Bücher, wo Autoren sich Dinge trauen. Stilistisch gewagt, inhaltlich gewagt. Interessant, spannend! Das sind die Parameter meines Leseinteresses.

Ich hoffe doch noch mehr von dir lesen zu dürfen. Welche Projekte hast du für die Zukunft geplant und auf was dürfen sich deine Leser freuen?

Auf meiner Liste stehen im Moment 5 verschiedene Projekte, von denen ich zwei mit ganz großem Engagement verfolge. „Neela“ (Arbeitstitel) ist ein Fantasyroman, der bereits jetzt in mehreren Teilen geplant ist. Es ist schwierig, nicht zu viel über diesen Roman zu verraten. Ich sag nur so viel: Es geht um Dämonen, um Schottland und: Es wird spannend! Sehr spannend! Das zweite Projekt ist ein Thriller, in dem es um einen Psychopathen geht, der seine Studienkollegen umbringt, weil er hat Angst, sie könnten sein Geheimnis ausplaudern … Aber auch hier müsst ihr wohl warten, bis das Buch fertig ist! Ihr könnt aber auf jeden Fall meinen Blog verfolgen. Dort berichte ich in regelmäßigen Abständen über meine neuen Projekte und auch über mein Schreiben generell. Und ihr könnt euch auf einige E-Bookprojekte freuen, die noch dieses Jahr erscheinen sollen. Von diesen war hier noch gar nicht die Rede 😀 Also, seid gespannt!!

Vielen Dank liebe Hilke für deine Zeit und deine Geduld! 🙂 Der Nachmittag mit dir war sehr schön und auch dein Roman hat mir sehr gut gfallen!

Wer die mein Rezension zu selbigem lesen möchte ist nur einen Klick entfernt!

*klick*

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